Schlaf, Mütterlein, schlaf…

Schlaf, Mütterlein, schlaf…

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Wenn ich an die ersten Jahre mit meinen Kindern denke, tauchen wunderschöne Bilder in meinem Kopf auf. Ich erinnere mich an das erste Kennenlernen und Beschnuppern, niedliche Stillmomente, das erste Lächeln und klitzekleine Babysachen auf der Wäscheleine. Das sind die schönen Erinnerungen, die mein Gehirn behalten wollte. Sie wurden bewusst im Langzeitgedächtnis abgespeichert. (Wahrscheinlich dient diese Funktion dem Überleben der Menschheit oder so. ;-))

An was ich mich nicht so gerne erinnere ist der mit der Ankunft eines neuen Familienmitglieds unweigerlich einhergehende Schlafmangel. Dieser schier niemals enden wollende Zustand unfassbarer Müdigkeit, der Kontrollverlust über den eigenen Körper aufgrund Koma-artiger Benebelungszustände aller Gehirnwindungen.

Meine Kinder waren als Babies beide extrem süß, (das bewahrte sie wahrscheinlich davor, von mir des Nachts irgendwo ausgesetzt zu werden ;-)), aber den Schlafentzug konnte ich ihnen trotzdem nur schwer verzeihen.

Ich habe schon immer gerne und lange geschlafen. An Wochenenden traf man mich selten vor 11 Uhr in einem vertikalen Zustand an. Ich schlief gerne aus, basta! Früh aufstehen war noch nie so mein Ding und schon gar nicht, nachts geweckt zu werden. Egal von wem! Hätte Brad Pitt persönlich mich nachts um 2.00 Uhr aus dem Tiefschlaf gesäuselt, hätte ich ihm eine verpasst, das sage ich Euch!

Und dann war da eines schönen Tages plötzlich ein Baby in unserem Leben, das den ganzen Tag über friedlich schlummerte. Doch in der Nacht wenn es eigentlich schlafen sollte, drehte das Kind zur Höchstform auf, bereit alle Abenteuer nachzuholen, die es tagsüber versäumt hatte.

Leider passte das so gar nicht zu meinem eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus und nach ein paar Tagen schon ging ich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Zahnfleisch.

Jede Nacht wurde mein so dringend benötigter Schlaf beinahe stündlich jäh unterbrochen. Das Kind hatte Hunger, eine volle Windel, fühlte sich allein, hatte Bauchweh, fand seinen Schnuller in der Dunkelheit nicht mehr, war durch irgendein Geräusch oder einen merkwürdigen Traum wach geworden und hatte daraufhin beschlossen, dass nun auch kein anderer im Haus mehr schlafen sollte…die Gründe waren so vielfältig wie der Charakter unseres kleinen Wonneproppens.

Und ich? Ich stillte, wickelte, schleppte, schaukelte, schunkelte und kraulte, sang und erzählte obwohl ich doch eigentlich nur eines wollte: ENDLICH SCHLAFEN!!!

Auch die Tage gestalteten sich ohne Schlaf recht schwierig. Ich befand mich in einer Art Wachkoma und funktionierte eigentlich nur noch auf Autopilot.

Die Folge war, dass ich jede Menge verrückter Dinge anstellte wie zum Beispiel einen Teller mit Krümeln, die ich in den Mülleimer befördern wollte, gleich mit weg zu werfen. Einmal fiel ich die Treppe zum Kinderzimmer hoch und prellte mir dabei ganz übel das Schienbein, weil mein Gehirn aufgrund des Schlafdefizits mit der Koordination meiner Gliedmaßen vollends überfordert war. Schließlich war es ja schon damit beschäftigt die überlebenswichtigen Grundfunktionen wie z.B. meine Atmung aufrecht zu erhalten. Man kann sich ja nicht um alles kümmern!

Das Highlight war jedoch, als ich eines Nachts aus dem Schlaf hochschreckte und feststellte, dass ich ein Kissen wie ein Baby in den Armen hielt und mich dann wunderte wo das Kind geblieben war, das ich Stunden zuvor selbst in seinen Stubenwagen neben dem Bett gelegt hatte.

Das Gehirn ist manchmal schon eine komische Type! 😉 Im Laufe der Jahre wurde es aber besser. Meine Jungs sind jetzt 10 und 8 Jahre alt und hey, sie schlafen beide durch! 🙂 Also wenn sie beide gesund sind…und keinen Alptraum hatten…und sie nicht durch irgendwas oder irgendwen geweckt wurden, und…

 

Dieser Text ist ebenfalls erschienen auf Eltern

 

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