Aller guten Dinge…

Aller guten Dinge…

Eins, zwei oder drei – wie viele Kinder wollen wir eigentlich? Als der Superheld und ich damals mit der Familienplanung begannen, stand diese Frage sehr oft im Raum. Mehr als eins sollte es auf jeden Fall sein, das war relativ schnell klar. Sowohl der Mann, als auch ich sind mit Geschwistern aufgewachsen und ein Einzelkind war für uns von Anfang an keine Option. Doch würden wir es auch schaffen, zwei oder noch mehr Kindern gleichermaßen gerecht zu werden? Würde die romantische Vorstellung einer großen Familie mit unserem Leben vereinbar sein?

Als unser Erstgeborener ein Jahr alt war und quasi den Höhepunkt seiner Niedlichkeit erreicht hatte, war er dann eindeutig und unumstößlich da: der erneute Kinderwunsch. Ich sagte mir: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Du weißt wie der Hase läuft. Dich kann nichts mehr überraschen. Du schaffst das schon!“.

Als unser zweiter Sohn dann tatsächlich das Licht der Welt erblickt hatte, war ich dann doch überrascht…vor allem darüber, dass mich das Zusammenleben mit einem Säugling und einem Zweijährigen derart unvorbereitet traf. 😉 Die zwei Kids hatten halt komplett unterschiedliche Bedürfnisse und es brauchte relativ lange bis sich unser Familienalltag wieder einigermaßen „sortiert“ hatte.

Glücklicherweise hatte ich in der Anfangsphase Unterstützung von Freunden und der Familie. Ich weiß nicht wie ich das sonst alles gewuppt hätte. Auf jeden Fall fühlten wir uns mit zwei Kindern komplett und das schrieben wir auch auf unsere Danksagungen für all die lieben Menschen, die uns zur Geburt unseres Nachzüglers gratuliert hatten. „Jetzt sind wir endlich komplett!“ stand darauf. Natürlich ließ es sich der eine oder andere nicht nehmen, diesen Spruch mit einer kleinen Spitze zu kommentieren à  la: „Ja ja, vielleicht gibt es ja doch nochmal irgendwann ein Nesthäkchen!“ oder „Aller guten Dinge sind drei!“. Der Kinderarzt im Krankenhaus verabschiedete mich gar mit den Worten: „Bis zum nächsten Baby!“. Darüber konnte ich aber nur müde lächeln.

Als Sohn Nr. 2 jedoch ungefähr ein Jahr alt war, ging es dann wieder los. Ich fühlte etwas, von dem ich bis dato nicht geglaubt hatte, dass es noch da war: dieses Kribbeln in der Herzgegend wenn ich frische Babies auf den Armen ihrer Mütter sah. Dieses Gefühl von Neid wenn eine Schwangere stolz ihre Babykugel vor sich her schob. Die Sehnsucht nach Babyfüßchen-knutschen, Babyhaare-riechen und ein eigenes kleines Mini-Me mit sich herum zu tragen. Es war nicht länger zu verleugnen: Der Kinderwunsch war wieder da, aber sowas von! Mein Mann war nur mäßig begeistert. Unsere finanzielle Situation und meine gesundheitlichen Probleme während und nach der Schwangerschaft mit unserem zweiten Sohn sprachen ganz klar gegen die Erweiterung unserer Belegschaft. Und ich erinnerte mich auch immer wieder zwischendurch an die Schattenseiten der ersten Zeit mit Baby. Um mich selbst auszutricksen, klebte ich ein Bild von mir an den Kühlschrank, auf dem ich aufgedunsen und völlig erschöpft neben meinen Kindern eingeschlafen war. Ich betrachtete es als eine Art „Mahnmal“. 😉 Mit Erfolg.

Auch heute stehe ich noch zu unserer Entscheidung. Ich sage mir immer: „Ich habe zwei Hände, für jedes Kind eine. Ich schaffe es trotz Arbeit, Haushalt und allem Drum und Dran, meinen Kindern zuzuhören, vorzulesen, sie zu ihren Hobbies zu bringen, ihre Schulfeste zu besuchen, an ihrem Leben teilzuhaben. Und dann ist da ja auch noch die Beziehung zu meinem Mann, die ebenfalls gepflegt werden will. Und dann bin da ja auch noch ich. ICH muss in meinem Leben auch noch einen Platz finden.“

Im Moment ist alles gut so wie es ist. Wenn mich das Leben eines Tages doch noch überraschen sollte, dann ist das so. Aber bis dahin sind wir so wie wir sind in Ordnung…eben komplett und das fühlt sich für uns einfach richtig an. 🙂

 

Wie ist das bei Euch? Wie viele Kinder habt Ihr? Fühlt Ihr Euch schon komplett oder wünscht Ihr Euch weiteren Nachwuchs? Ich bin gespannt auf Eure Antworten.

 

Dieser Text ist ebenfalls erschienen auf Eltern

 

 

8 thoughts on “Aller guten Dinge…

  1. Joey

    Schwierige Frage… So viele Gründe, die dagegen sprechen: Geld, Wohnraum, Zeit… aber ein Geschwisterkind kann eine schöne Sache sein. Schließlich kann man mit niemandem so schön über die Eltern fluchen.

    1. :-)) Leicht haben wir uns die Entscheidung für ein Zweites damals auch nicht gemacht. Und dann sind wir einfach ins kalte Wasser gesprungen. Ich finde Geschwister toll und bin froh zwei Kids zu haben. Aber wenn ich aus irgendwelchen Gründen nur eins hätte bekommen können, dann wäre ich damit heute sicher auch glücklich.

  2. Michi

    Wir haben 2 Kinder und Zwillinge sind unterwegs 🙂

    1. Wow, das ist ja toll! Alles Liebe und Gute für Dich und Deine kleine Großfamilie! 🙂

  3. Hallo
    Wir haben 3 Kinder. Es ist einfach wunderbar. Manchmal schleicht sich sogar der Gedanke an Nummer 4 in mein Herz. Mein Mann würde gerne noch mal. Zur Zeit sage ich, nein, wir sind komplett
    Liebe Grüße Nadine ( Rappelkinder Familienblog)

    1. Das klingt als würde der Kinderwunsch sich vielleicht doch noch mal irgendwann durchsetzen. 😉 Ich wünsche Dir alles Liebe für Dich und Deine Familie!

  4. Steffi

    Wir haben 3 Jungs. 9,4 und 10 Monate alt.
    Drei reichen vollkommen.nr 3 kam unverhofft erfahren im 5 Monat.war nicht geplant.da wir immer nur 2 wollten.aber jetzt ist er da und geben ihn nimmi her.

    1. Das denke ich mir! 🙂 Alles Gute für Euch!

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