Familie in Zeiten der Corona – „Homeschooling“ from Hell

Familie in Zeiten der Corona – „Homeschooling“ from Hell

Ich bin sauer, der Superheld ist sauer und unsere Klonkrieger sind es auch. So lässt sich die aktuelle Stimmungslage im Haus zur Zeit ganz gut zusammenfassen. Der Grund? Wir sind alle zuhause.

Der Corona-Virus hat unser gesamtes Leben verändert. Das öffentliche und auch das private. Schulen und Kitas sind geschlossen, alle Läden, die nicht „systemrelevant“ sind,  zu und vor ein paar Tagen wurde ein landesweites Kontaktverbot verhängt, das besagt, dass man sich nur noch alleine, maximal jedoch in Gruppen von zwei Personen im öffentlichen Raum bewegen darf. Also sitzen wir fest, wie viele andere Menschen auch in diesen Tagen. Wir sind entweder im Haus oder im Garten, sonst nirgendwo. Einzig und allein für Einkäufe verlassen wir gelegentlich unsere vier Wände.

Das an sich ist schon verdammt anstrengend. Aber es kommt noch dicker:

Seit einer Woche sind wir von der Schule zu „Homeschooling“ verdonnert worden. Dazu wurde auf einer Schul-Cloud ein Zugang für alle Schüler eingerichtet und die Lehrer laden wöchentlich Aufgaben hoch, die die Kids dann zuhause bearbeiten und einreichen sollen. Klingt toll, ist es aber nicht!

Die eingehenden Arbeitsaufträge sind üppig bemessen und die Abgabetermine teilweise sehr kurzfristig. Das große Kind – seines Zeichens nicht mit dem größten Organisationstalent gesegnet – stößt an seine Grenzen und ist in einem Zustand akuter Dauergenervtheit. Es bearbeitet die Aufgaben mal hier, mal da, versäumt Abgabetermine und verbreitet schlechte Laune.

Wir Eltern versuchen unser bestes, drucken Tonnen von Blättern aus, schreiben die Abgabefristen auf die entsprechenden Hefter und erinnern die Jungs an ihre täglichen Aufgaben. Mehr oder minder erfolglos.

Ich habe keine Lust mehr.

Während wir uns hier abmühen und gemeinsam im Strahl kotzen, wird das Netz überschwemmt von harmonisch arrangierten Heimunterricht-Stilleben, Online-Sportangeboten und niedlichen Bastel- und Spielideen für daheimgebliebene Kita-Kids. Andere Bloggerinnen schwärmen von der eingetretenen Entschleunigung ihres ansonsten so stressigen Alltags und freuen sich über die gewonnene „Quality-Time“ mit ihren Familien. Euer Ernst!?!

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber ich hätte ehrlich gesagt lieber wieder meinen durchgetakteten Alltag zurück, in dem die Kinder in der Schule lernen und ihre Aufgaben machen. Meine romantische Vorstellung vom Thema „Homeschooling“ ist jedenfalls in den letzten Tagen zerplatzt wie eine Seifenblase.

Ich hoffe, dass ganz schnell ein wirksames Medikament gegen diesen blöden Virus gefunden wird und wir alle wieder in unser Leben zurückkehren können. Berichtet mir gerne von Euren Erfahrungen! Vielleicht bin ich ja gar nicht so allein mit meiner Meinung.

Bis dahin alles Liebe und passt auf Euch auf!

 

 

 

 

One thought on “Familie in Zeiten der Corona – „Homeschooling“ from Hell

  1. Melanie Meinhardt

    Du sprichst mir aus der Seele!!❤
    3 Teenager und der älteste zieht gerade um! Natürlich helfen Mama und Papa auch an der Front !
    Aber dann auch noch der Stress: ständig hat einer Hunger, der kühlschrank ist schneller leer als er gefüllt werden kann uuuuund dann auch noch homeschooling!!!
    Super! Meine “ Monster “ sind davon nämlich alles andere als begeistert. Ich werde ständig beschimpft ich solle nicht nerven ( in einer heftigeren Wortwahl), die Lehrer rufen an: gestern war Aaaaabgabe, ihre Tochter hat das schon wieder nicht! Von wegen kuschelkurs und wir halten zusammen. Ja! Ich lerne 3 meiner 4 Kids gerade von einer anderen Seite kennen. Die dunkle Seite der Macht
    Ich drehe bald durch……LG Melle

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