Quo vadis, Supermom?

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Mein Mann und ich sind seit vierzehn Jahren Eltern. Seit vierzehn Jahren bestimmt die „Aufzucht“ und Erziehung unserer Kinder einen Großteil unseres Lebens. Vor allem ich bin nahezu gefühlt 24/7 im „Kümmer-Modus“ – wie ich es gerne nenne. 😉

Aber was passiert eigentlich wenn die Kinder so groß sind, dass sie einen immer weniger brauchen? Unsere Jungs sind jetzt 14 und 12 und beschäftigen sich die meiste Zeit des Tages allein. Und so kam eines schönen Tages der Moment, an dem ich mich fragte: „Was mache ich eigentlich wenn die Kinder erwachsen und aus dem Haus sind?“

Auf jeden Fall würde ich dann wieder mehr arbeiten müssen. Meine Teilzeitstelle hatte ich ja seinerzeit nur angenommen, weil die Kinder noch klein waren. Und ja, ich sage bewusst „müssen“ weil ich nicht zu der Sorte Mensch gehöre, die sich auf ein dick gepolstertes Bankkonto stützen können wenn es finanziell mal eng wird. Vielleicht würde ich beruflich auch noch mal komplett umsatteln.

„Alles ist jetzt! Es ist alles alles jetzt!“…sang Bosse aus dem Radio. Und ich dachte mir: „Warum warten bis die Jungs erwachsen sind?! Sie sind ja schließlich keine Kleinkinder mehr.“

Also begann ich mich schon mal unverbindlich umzusehen. Es konnte ja nicht schaden schon mal seine Fühler auszustrecken. Ich hackte „beruflicher Neustart mit 40“ in die Google-Suche und fand tatsächlich allerhand Artikel und Internetportale zu diesem Thema. Wie sich herausstellte, gab es eine ganze Menge Frauen in meinem Alter, die es „nach den Kindern“ noch mal wissen wollten. Es gab Frauen, die ihr Studium beendeten, das sie vor langer Zeit wegen der Familienplanung auf Eis gelegt hatten. Frauen, die sogar noch mal ein ganz neues Studium begannen oder noch mal eine komplett neue Ausbildung machten. Von dieser Fülle an Möglichkeiten beflügelt, begann ich zu überlegen was mir wirklich Spaß machen könnte.

Meine erste Ausbildung hatte ich im Buchhandel absolviert. Das war genau mein Ding gewesen. Ich hatte viele Jahre in unterschiedlichen Buchhandlungen gearbeitet und den Kontakt zu Menschen unterschiedlichster Couleur immer sehr gemocht. Als dann unsere Familie wuchs, habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass sich die Arbeitszeiten im Einzelhandel nicht mit meinem neuen Leben vereinbaren ließen. Ich suchte also nach einer Stelle, bei der ich vormittags arbeiten und nachmittags für die Kinder da sein konnte.

Ich fand einen Job als Bürokraft, der sich super mit den Betreuungszeiten der Kinder deckte. Diese besuchten damals eine Tagesmutter, da sie mit einem und zwei Jahren für den Kindergarten noch zu klein waren. Das war jetzt zehn Jahre her. Zehn Jahre im selben Job, in denen ich – oftmals alleine – im Büro saß. Ich habe diesen Job wirklich gerne gemacht, aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich dachte: „Jetzt bist Du 40 und die Jungs sind schon größer. Wenn Du JETZT nicht einen Neustart wagst, dann machst Du es NIE mehr.“

Ich fand einen Job, der mich schon immer interessiert hatte und fing an mich zu bewerben. Ganz still und heimlich. Ich war ziemlich nervös deswegen. Der Gedanke daran sich nach so langer Zeit noch mal komplett neu zu erfinden und auf komplett neue Gegebenheiten und Menschen einzustellen, war auf den ersten Blick ganz schön spooky. Als dann die erste Reaktion auf eine Bewerbung kam, war ich völlig baff. Plötzlich wurde das ganze Unternehmen real.

Mein letztes Vorstellungsgespräch war gefühlt 100 Jahre her und ich hatte echt Bammel davor vor lauter Nervosität nur Blödsinn zu reden oder mich irgendwie zu blamieren. Im Blazer meiner Schwester und einer Jeans meines Ältesten, sowie reichlich weichen Knien, machte ich mich also auf den Weg zu meinem allerersten Vorstellungstermin seit Erfindung der Wegwerf-Windel. Nach dem Termin war ich allerdings dann ziemlich stolz auf mich, auch wenn ich im Nachhinein dachte, dass es besser hätte laufen können. Und siehe da: ein paar Wochen später bekam ich einen weiteren Anruf. Ich hatte die Stelle! BÄM! Und schon war jeglicher Selbstzweifel verflogen. Ich habe mich wirklich schon lange nicht mehr so gefreut. Ich hatte es tatsächlich geschafft.

Seitdem ist ein Jahr vergangen. Ich bin immer noch happy in meinem neuen Job. Denn wie sagt Bosse so schön: „Und was Du träumst, das musst Du machen, all die besten super Sachen, alle machen, alle machen…“. Und er hat vollkommen Recht. 🙂

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