It’s a long way to Seepferdchen…

It’s a long way to Seepferdchen…

Ich halte ja nix davon die Kinder in zig Vereinen und Kursen anzumelden und die ganze Woche mit Terminen vollzuballern. Da die Jungs beide Ganztagsschulen besuchen, wäre das zeitlich auch wirklich schwer zu stemmen. Um einen Kurs kommt allerdings niemand herum – den Schwimmkurs. Schwimmen lernen ist wichtig, überlebenswichtig sogar! Ich weiß wovon ich rede, erinnere ich doch selbst eher an einen Haubentaucher beim Breakdance wenn ich mal mit größeren Mengen Wasser in Berührung komme. Hand aufs Herz: ich werde dieses Jahr 40 und habe in meinem ganzen bisherigen Leben nicht ein einziges Schwimmabzeichen gemacht.

Ich war ungefähr sechs Jahre alt, als meine Mutter mit uns einen Schwimmkurs besuchte. Dort schubste mich eines schönen Tages ein anderes Mädchen ohne Vorwarnung ins Wasser. Ich verlor die Orientierung, bekam Panik und begann damit unter Wasser einzuatmen, was zur Folge hatte, dass ich einen riesigen Schwall Wasser schluckte. Ich muss wohl recht ungewöhnliche Bewegungen gemacht haben, da eine Frau mich bemerkte und mich beherzt aus dem Wasser fischte. Danach war es dann vorbei. Ich heulte und wollte nie mehr ins Wasser, soviel stand fest.

Dieses Erlebnis hat mir meine Liebe zum Wasser für immer versaut. Ich gehe nicht gerne in Schwimmbäder. Nicht, wenn es sich vermeiden lässt.

Mir war es deshalb total wichtig, dass unsere Kinder von Anfang an richtig schwimmen lernen und nicht solche Angsthasen werden wie ihre Mutter.

Da wir bei der Suche nach dem geeigneten Schwimmkurs mittlerweile einiges durch haben, habe ich hier mal unsere Erfahrungen der letzten Jahre für Euch zusammengetragen. Hier ist er also: unser laaanger Weg zum Schwimmabzeichen und unsere verschiedenen Stationen auf diesem Weg im Vergleich.

 

Das Schulschwimmen

Pro:

Der Schwimmunterricht wurde von der Schule angeboten und es fielen weder zusätzliche Kosten, noch ein Mehraufwand an Zeit an, da der Kurs während der Schulzeit stattfand.

Contra:

Etwa zwei Drittel der für den Schwimmunterricht angesetzten Doppelstunde, gingen allein für die Fahrt zum/ vom Schwimmbad und das Umziehen/ Fönen drauf. Effektiv im Wasser waren die Kinder oft nur etwa 30 Minuten.

Häufig fiel der Schwimmunterricht aufgrund knapper Personaldecke komplett aus.

Da etwa 25 Kinder mit unterschiedlichen „Schwimm-Background“ von zwei Lehrern betreut wurden, blieb meist keine Zeit auf ängstlichere Kinder einzugehen.

Fazit:

Ich brauche glaube ich nicht zu erwähnen, dass das Schulschwimmen bei unseren – recht unsicheren – Jungs überhaupt gar keinen Erfolg brachte.

 

Die private Schwimmschule

Pro:

Die Schwimmschule befand sich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft und war fußläufig erreichbar.

Der Unterricht fand in einem kleinen, überschaubaren Becken statt. Eine Schwimmlehrerin betreute etwa zehn Kinder und wurde dabei häufig noch von einer zweiten Aufsichtsperson unterstützt.

Contra:

Mit 50€ Beitrag pro Kind und Monat war der Kurs nicht gerade ein Schnapper.

Versäumte Stunden konnten nicht nachgeholt werden und wurden voll berechnet.

Auch hier fehlte oft die Zeit auf ängstliche Kinder einzugehen und sie individuell zu fördern – was ich für 12,50 € pro Stunde wirklich ziemlich knorke gefunden hätte.

Fazit:

Der Große konnte nach einem Jahr (!) dort immerhin schwimmen. Abzeichen hatte er keine erreicht.

 

Der Schwimmverein

Pro:

Der Schwimmverein bietet verschiedene Standorte an und wir konnten uns einfach den aussuchen, der für uns am besten erreichbar war.

Mit 45€ Vereinsbeitrag pro Jahr und Kind und 20€ für einen Kurs mit 12 Einheiten ist der Schwimmverein erschwinglich.

Versäumte Stunden werden nicht berechnet und können nachgeholt werden.

Die Kinder werden nach Leistungsstand in kleine Gruppen unterteilt. Oft ist ein Schwimmtrainer für nur zwei Kinder verantwortlich. So kann gezielt auf die Kinder eingegangen werden, die sich vielleicht manches noch nicht so zutrauen.

Das Personal ist durch die Bank super freundlich, sehr geduldig und einfühlsam.

Contra:

Wir mussten sehr lange auf freie Plätze warten (ca. 1,5 Jahre).

Wir müssen mit dem Bus zum Kurs fahren, da dieser in einem anderen Stadtteil stattfindet.

Fazit:

Beide Kinder können mittlerweile gut schwimmen. Der Große hat vor ein paar Tagen sein Bronze-Abzeichen gemacht und der Kleine ist kurz vor dem Seepferdchen.

 

Abschließend kann ich persönlich jedem nur raten, sich einen Schwimmverein zu suchen. Das ist die günstigste und meines Erachtens auch die beste Möglichkeit die Kinder zu sicheren Wasserratten auszubilden. Doch auch hier muss man manchmal ein bisschen herumprobieren. Meist bieten die Vereine eine Schnupperstunde an. Die sollte man auf jeden Fall in Anspruch nehmen. So kann man schon mal gucken ob die Trainer nett sind und das Kind sich dort wohl fühlt. Der erste Verein, den wir getestet haben, war nämlich ein totaler Griff ins Klo – wenn ich das mal so salopp formulieren darf. Mit unserem jetzigen sind wir allerdings total glücklich und ich bin wirklich froh, dass meine Jungs beide keine Angst mehr vor Wasser haben und sich jede Woche verbessern.

Ihr seht, wir haben einiges ausprobiert, aber auch wir kamen irgendwann ans Ziel. Auch wenn es vielleicht ein bisschen länger gedauert hat. Vielleicht mache ich ja auch noch irgendwann mein Seepferdchen. Dann hab ich was Eigenes. 😉 Der Große meinte letztens, ich würde das schon schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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