Ich schicke meinen Koffer… ein Erfahrungsbericht

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Ihr kennt das: der lang ersehnte Familienurlaub steht an und die Checkliste der Dinge, die alle irgendwie ins Gepäck passen müssen, wird immer länger.

Kam man als Paar noch mit einer Reisetasche oder einem Rucksack pro Person aus, benötigt man jetzt als Familie plötzlich GIGANTISCHE Koffer – am besten mit Rollen, weil die schweren Dinger nach Füllung sowieso kein Schwein mehr angehoben bekommt ohne sich diverse Rückenwirbel auszurenken.

Wir versuchen jedes Jahr so wenig wie möglich einzupacken. Glücklicherweise haben wir am Zielort eine Waschmaschine. Also rechne ich immer mit Kleidung für etwa die Hälfte der Urlaubstage. Und ich habe mir selbst das ehrgeizige Ziel gesetzt, dass wir nur mitnehmen was in EINEN großen Koffer passt.

Ja, Ihr habt richtig gehört, wir haben EINEN Koffer für VIER Personen. Der wiegt dann aber auch soviel wie ein ausgewachsener Blauwal (nach dem Mittagessen!) und die Reißverschlüsse sehen sich alljährlich ihrer allerhöchsten Belastungsgrenze ausgesetzt. Aber mehr Gepäck darf nicht mit. Basta!

Da wir zur Zeit kein Auto haben, reisen wir nämlich mit der Bahn. Das allein ist ja schon eine Herausforderung. Aber eine Bahnreise mit Kindern UND Tonnen von Gepäck legt da nochmal eine ordentliche Schippe drauf.

Deshalb haben wir vergangenes Jahr erstmalig beschlossen, unseren Mammutkoffer einfach vorzuschicken und dann völlig entspannt und nur mit dem üblichen Handgepäck bewaffnet hinterher zu reisen.

Letztes Jahr haben wir unseren Koffer mit dem Gepäckservice der Deutschen Bahn verschickt.

Das Menü auf der Bahn-Homepage war relativ übersichtlich und die Buchung klappte ganz einfach. Die17,50 € pro Gepäckstück und Weg waren mir den gesparten Umsteigestress eindeutig wert – wir alle erinnern uns an meine Geschichte „Familientrip“! 😉 Für einen geringen Aufpreis konnte man den Koffer sogar zuhause abholen lassen und einen Wunschtermin mit passendem Zeitfenster buchen.

Am gebuchten Abholtag traten jedoch die ersten Problemchen auf. Es stellte sich heraus, dass die Bahn mit Hermes zusammenarbeitet.

Der Hermes-Fahrer kam weder am vereinbarten Tag, noch im gebuchten Zeitfenster, sondern stand einfach einen Tag später als vereinbart plötzlich vor der Tür und hatte Glück, dass überhaupt jemand zuhause war.

Auf meine Nachfrage, warum die Abholung nicht wie geplant geklappt habe, meinte er nur, die Bahn würde die Wunschtermine und -zeitfenster zwar anbieten, Hermes selbst könne diese aber gar nicht einhalten, da man sich an Routenpläne halten müsse. Aha.

Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass sich nun auch die Zustellung verzögerte und unser Koffer somit einen Tag später als gebucht und ebenfalls zu einer völlig abstrusen Uhrzeit am Zielort eintraf. Bei der Rückfahrt zwei Woche später das gleiche Spiel.

Auf meine Reklamation hin entschuldigte man sich brav bei uns und schickte uns ein Formular, in dem ich die Rückerstattung der Zusatzgebühren beantragen konnte.

Offen gestanden waren wir also von dieser Option des Gepäckversands eher weniger begeistert. Das Gepäck kam zwar an, aber die Organisation ließ deutlich zu wünschen übrig. Man hat als Mama ja meist auch noch andere Dinge zu erledigen, als den ganzen Tag mit einem Ohr an der Haustür zu hängen und auf den Hermesboten zu warten.

In diesem Jahr testeten wir den Gepäckservice von DHL. Mit 16,49 € für den Versand tun die beiden Anbieter sich jetzt preislich schon mal nicht so viel.

Auch hier kann man für einen geringen Aufpreis von 3,00 Euro eine Abholung vereinbaren, für weitere 3,00 Euro sogar einen Wunschzeitraum für die Abholung angeben.

Und so saßen wir also eines schönen Tages daheim und warteten darauf, dass unser Koffer abgeholt wurde…und warteten…und warteten. Als das vereinbarte Zeitfenster verstrichen war, griff ich zum Telefon und rief beim Kundenservice an.

Dort warf man einen Blick in den PC und stellte fest, dass der Fahrer, der für unseren Bezirk zuständig war, vermerkt hatte, er habe das Paket in einem nicht versandfertig frankierten Zustand vorgefunden und es daher nicht einscannen können.

Nachdem mein hysterischer Lachanfall vorüber war, teilte ich dem netten Herrn am Telefon mit, dass wir den ganzen Tag zuhause gewesen seien und NIEMAND auch nur in die Nähe unseres Hauses gekommen sei um einen Koffer einzuscannen und abzuholen.

Der Servicemensch entschuldigte sich, obwohl er ja gar nichts dafür konnte und versprach, uns die Zusatzkosten für die Abholung und das Wunschzeitfenster zu erstatten. Man bot mir außerdem an einen neuen Abholtermin zu buchen, was ich dankend ablehnte.

Stattdessen brachte ich den Koffer selbst zur nahegelegenen Postfiliale und siehe da, von diesem Moment an klappte alles mehr oder weniger reibungslos. Der Koffer kam tatsächlich noch vor uns am Reiseziel an, allerdings vier Stunden früher als zur geplanten Zustellzeit.

Fazit: für Familien, die viel mit der Bahn reisen, ist der Gepäckversand auf jeden Fall eine super Möglichkeit, sich jede Menge Stress zu sparen. Auch wenn die Umsetzung bei beiden getesteten Services hier und da noch etwas hinkt. Die Extragebühren für Abholung und Wunschzeitfenster kann man sich allerdings meines Erachtens getrost sparen und diese lieber in ein Eis am Urlaubsort investieren. 🙂

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