Krakenkacke

Krakenkacke

Mama, dürfen wir ein Haustier haben?“ Diese Frage begleitet uns nun schon seit geraumer Zeit.

Zuerst haben wir sie weitgehend ignoriert. Zu frisch waren die Erinnerungen an meine eigene Kindheit. Was hatte ich selbst damals gebettelt und gequengelt, dass ich mir einen tierischen Spielgefährten wünschte und beteuert, dass ich mich auch ganz alleine darum kümmern würde. Hoch und heilig versprochen! 🙂

Als meine Eltern jedoch irgendwann der Bitte nachgaben und das Tier nach ein paar Wochen den Reiz des Neuen verloren hatte, ebbte auch der anfängliche Enthusiasmus ab. Sehr bald lag die komplette Versorgung des animalischen Mitbewohners in der alleinigen Verantwortung meiner Mutter. Damals war ich der festen Überzeugung, dass meine Eltern eigentlich selbst Schuld waren. Ich hatte mir ausdrücklich einen Kater gewünscht. Einen kleinen, rot-weiß getigerten Kater. „In echt und lebend!“ hatte ich noch auf meinem Wunschzettel hinzugefügt. Die Nummer mit der Plüschkatze letztes Weihnachten machten meine Eltern nur einmal mit mir! Ich war ja nicht von Vorgestern!

Ich bekam keinen Kater. Es war nicht mal ein Vierbeiner. Auf meinem Geburtstagstisch stand ein viereckiger Kasten, der mit einem Handtuch verhüllt war. Als ich das Handtuch vorsichtig wegzog, wurde der Blick frei auf mein Haustier. Es war ein Wellensittich. Wow. Naja, ein kleines Bisschen gefreut habe ich mich seinerzeit schon. Der Sittich war ganz süß und er konnte ja nix dafür, dass er kein Kater war.

Heute kann ich meine Eltern besser verstehen. Mein Vater ist mit Hunden, meine Mutter mit Katzen aufgewachsen und beide wussten, was die Ankunft eines haarigen Familienmitgliedes für Nebenwirkungen hatte. Abgesehen davon, dass wir die Haustierfrage an sich erstmal vertagt haben, werden unsere Kinder wohl damit klar kommen müssen, dass wir ihren Vorstellungen was ein geeigneter tierischer Kamerad sein könnte, wohl auf gar keinen Fall entsprechen werden! Mein Großer wünscht sich einen Komodowaran und der Kurze hätte gerne einen Riesenkalmar, der in unserer Badewanne leben soll. Ach Gott, wenn es weiter nichts ist! 😉

Meine Einwände, dass Krakenkacke bestimmt schlecht zu entfernen ist wenn das Tier darin schwimmt, verhallten ungehört. Auch die Vorstellung, morgens schlaftrunken auf dem Weg zur Kaffeemaschine über einen Waran zu stolpern, erscheint mir wenig erquicklich.

Glücklicherweise haben unsere Nachbarn sich gerade einen Hund angeschafft, den wir bei Bedarf ausleihen und „mitbenutzen“ dürfen. Das Haustierthema sollte sich damit also erst einmal erledigt haben…vorerst…

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