Abschied

123Das Thema „Tod“ ist ein heikles Thema, über das niemand so gerne spricht. Dabei gehört das Sterben nun mal zum Leben dazu. Da kann man machen was man will.

Auch meine Kinder beschäftigen sich schon mit diesem Teil des Lebens. Sie sprechen zum Beispiel darüber im Religionsunterricht. Trotzdem war der Tod immer weit weg. Man konnte darüber reden und ihn danach gleich wieder „zu den Akten legen“. Bis letzte Woche die Uroma der Jungs, meine Großmutter, plötzlich verstarb.

Die Kinder haben sie aufgrund der großen Entfernung nur selten gesehen. Aber die Nachricht, dass sie nun nicht mehr da ist und auch meine Reaktion darauf, haben sie trotzdem getroffen. Die Jungs sind groß genug, um die Wahrheit zu erfahren, also habe ich es ihnen gleich gesagt, nachdem wir es erfahren hatten. Sie haben es gut aufgenommen, aber ein paar Tränen flossen auch bei ihnen. „Die Oma ist jetzt im Himmel.“, stellte mein Kurzer nach einer Pause fest. „Da hüpft sie jetzt bestimmt auf einer Wolke Trampolin.“ Der Gedanke gefällt mir. Trotzdem vermisse ich sie und erinnere mich gerne an die vielen kleinen Besonderheiten, die sie ausmachten.

Sie konnte die aller tollsten Pullover stricken. So richtig Coole, mit Mickeymäusen und den abenteuerlichsten Mustern drauf. Außerdem hatte sie immer diese spezielle Nuss-Schokolade, wenn wir bei ihr zu Besuch waren. Ich habe mir mal eine Tafel davon im Supermarkt gekauft, aber das war nicht dasselbe. Das Geheimnis lag wahrscheinlich in der jahrelangen Lagerung ;-).

Gestern war die Beerdigung. Die gemeinsame Teilnahme daran sollte uns allen die Möglichkeit geben, uns zu verabschieden. Unglücklicherweise konnten wir diese nicht wahrnehmen, weil ich mir pünktlich zum Jahresbeginn den Virus-Infekt meines Lebens eingefangen habe. Wenn es mal dicke kommt, dann doch immer gleich richtig dicke, oder!?

Jetzt erinnert ein Foto in einem weißen Bilderrahmen an die Oma. Davor stehen eine Kerze und frische Blumen. Das hätte ihr sicher gefallen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder lernen, dass der Tod etwas ganz Normales ist. Denn eins haben wir Menschen ja schließlich alle gemeinsam. Wir werden aus dem Leben wohl kaum lebend herauskommen.

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